Krisis koordiniert im Ernstfall die Hilfe aus der Bevölkerung – wer was braucht, wer was hat, wer unterwegs ist.
Steht ein Landkreis unter Wasser, ist der Strom seit zwei Tagen weg oder wird eine Straße evakuiert, organisieren sich die Leute sofort – in Chatgruppen, die nur die erreichen, die schon drin sind. Krisis gibt der Gegend einen gemeinsamen Ort auf Zeit: Was fehlt, was da ist, wer schon unterwegs ist, was erledigt ist. Neben den Rettungskräften, nicht statt ihnen. Und wenn es vorbei ist, ist es vorbei.
Die App ist noch nicht in den Stores; die Vormerkung schreibt genau einmal, wenn es sie gibt. Double-Opt-in, danach wird die Adresse gelöscht. Kein Newsletter.
Drei Eigenschaften, in dieser Reihenfolge
- 01Koordination in der akuten Lage
Ein gemeinsamer Ort auf Zeit für die Region: Gesucht, Angeboten, wer unterwegs ist, was erledigt ist. Ein Gespräch je Krise, dabei sein und wieder gehen – nichts Globales.
- 02Reichweite über das Schadensgebiet hinaus
Die Reichweite einer Krise ist absichtlich größer als der Schaden. Wer zwei Orte weiter wohnt und den Anhänger, die Pumpe oder das freie Zimmer hat, erfährt davon.
- 03Still, bis es zählt
Kein Feed, keine Gruppen, kein Grund, die App an einem ruhigen Dienstag zu öffnen. Krisis meldet sich nur, wenn in der Umgebung etwas passiert.
Was Krisis nicht ist
Die Grenzen sind kein Kleingedrucktes, sondern der Grund, dem System zu vertrauen. Die Seite krisis.cloudwerks.de sagt sie als Zweites, noch vor der Funktionsweise.
- Kein Notruf
Krisis ersetzt keine Rettungskräfte. Es organisiert die Leute daneben.
- Keine Behörde, kein Siegel
Amtliche Warnungen werden zitiert, nie mit einem Abzeichen versehen. Krisis tritt nicht im Namen einer Behörde auf.
- Kein soziales Netzwerk
Kein Feed, keine Follower, keine dauerhaften Gruppen.
- Kein Standort-Tracker
Gespeichert wird eine grobe Gegend, nie eine Adresse, kein dauerhaftes GPS.
- Keine Werbefläche, kein Geschäftsmodell
Keine Anzeigen, keine Profile, keine Tracker von Dritten, keine Datenweitergabe.
Was Krisis technisch zeigt
- Drei Oberflächen, ein Build
Android (Kotlin, Compose), Backend (Kotlin, Spring Boot, PostgreSQL) und Web (Angular, serverseitig gerendert) laufen in einem einzigen Gradle-Build. Der API-Vertrag ist der Kopplungspunkt, nicht ein geteiltes Framework.
- Krisentypen sind Daten, kein Code
Ein Hochwasser braucht Sandsäcke und Pumpen, eine Dürre Wasserlogistik. Der Server definiert die Anfragetypen samt Feldschema; ein neuer Typ ist eine Konfigurationsänderung, kein Release.
- Datenschutz als Datenmodell
Anmeldung ohne E-Mail, Telefonnummer oder Name – das Konto ist ein einmal gezeigter Wiederherstellungscode. Eine grobe Gegend statt eines Standortverlaufs; genaue Positionen hängen an einzelnen Vorgängen, nicht am Konto.
- Offline gedacht
Nachrichten, die ohne Verbindung geschrieben werden, gehen bei Rückkehr des Netzes automatisch raus. Meldungen werden als einzelne Beobachtungen mit ihrem Eingangsweg gespeichert, nicht als Zähler.